24 Der Chevalier von Harmental.
„So leben Sie wohl, meine Herren,“ ſprach Madame Denis, indem ſie eine Verbeugung machte, welcher das von oben über ihren Rücken gegoſſene und jetzt unten wieder herausfließende Waſſer viel von ihrer Majeſtät raubte.
„Adieu, Mama!“ rief Voniſaz, indem er mit der Zuverſicht eines verzogenen Kindes ſeinen Arm um Ma⸗ dame Denis ſchlang.„Haben Sie nichts an Herrn Jouh zu beſtellen?“
„Adieu, Du Taugenichts!“ entgegnete die Mutter noch halb zornig, halb aber ſchon wieder freundlich ge⸗ ſtimmt,„adieu, und führe Dich gut auf!“
Und der dritte Schreiber des Herrn Jouh eilte den Gäſten ſeiner Mutter nach, welche ſich ſchon auf der Hausflur befanden.„Was haſt Du denn da mit meiner Taſche zu ſchaffen?“ fragte ihn der Abbé Brigaud.
„Ei, ich unterſuche nur, ob ſich nicht darin ein klei⸗ ner Thaler für Ihren guten Freund Boniſaz befindet,“ verſetzte der Sohn der Madame Denis.
„Da haſt Du einen großen Thaler,“ lachte der Abbé; „nun geh Deiner Wege und laß uns allein!“
„Papa Brigaud,“ rief Boniſaz,„Sie beſitzen das Herz eines Cardinals, und wenn der König Sie nur zum Erzbiſchof macht, ſtiehlt er Ihnen die Hälfte von dem


