188
Gebäude hinter ſich gelaſſen hatte, die Ecke der Rue des Vignes St. Maviel ganz unbekannte Gegenden. Hier ſah man um jene Zeit eine Fabrik und zwiſchen zwei Garten⸗ mauern ein Gebäude, das auf den erſten Blick klein zu ſein ſchien wie eine Hütte, in Wirklichkeit aber groß war wie eine Kathedrale. Es lag nur mit der Seitenfront, mit dem Giebel, an der Straße; daher die ſcheinbare Gering⸗ fügigkeit, denn beinahe das ganze Haus war verſteckt. Man ſah von demſelben nichts als die Thür und ein Fenſter.
Dieſes Gebäude hatte nur ein Stockwerk.
Auf den erſten Blick hatte das Haus etwas Auffal⸗ lendes, denn die Thür konnte nie zu etwas Anderem gehört haben, als zu einer Baracke, das Fenſter aber konnte ſeiner Größe und Breite wegen das Fenſter eines Schloſſes ge⸗ weſen ſein.
Die Thür beſtand aus wurmſtichigen, groben durch Querbalken zuſammengenagelten Brettern. Sie führte un⸗ mittelbar auf eine ſteile Treppe von gleicher Breite, die man von der Straße aus gerade wie eine Leiter auffteigen ſah, und die zwiſchen zwei dunklen Mauern verſchwand. In das Brett über dieſer Thür war ein dreieckiges Loch geſchnitten worden, zugleich Luft⸗ und Lichtloch, wenn die Thür geſchloſſen war. Auf der innern Seite der Thür hatte ein in Dinte getauchter Pinſel mit zwei gewaltigen Zügen die Zahl 52 geſchrieben und über das Luftloch die Nummer 50, ſo daß man zögernd ſtehen dlieb. Wo war man denn? Der obere Theil der Thür ſagte: Nr. 50, und der innere antwortete: Nein Nr. 52.
Das Fenſter war breit, ziemlich hoch und hatte große Scheiben; nur waren dieſe Scheiben zum Theil durch ver⸗ ſchiedenartige Wunden verletzt, verborgen oder verrathen durch ſinnreiche Verbände von Papier, und die davor ange⸗ brachten Laden hingen nur noch in den Angeln, ſo daß ſie


