Teil eines Werkes 
2. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ige

33

einen beſtimmten Tag auf das Schlachtfeld von Waterloo beſchieden hatte, gewiß; er hält ſein Pferd an und blieb einige Zeit regungslos ſitzen, auf die Blitze ſehend, auf den Donner hörend. Dann hörte man dieſen Fataliſten in der Dunkelheit die geheimnißvollen Worte ſprechen:„Wir ſtimmen überein!“— Napoleon täuſcht ſich; ſie war nicht mehr übereinſtimmend.

Er hatte nicht eine Minute geſchlafen; jeder Augenblick dieſer Nacht war für ihn durch eine Freude bezeichnet wor⸗ den. Er hatte die ganze Linie der Vorpoſten durchritten und hier und dort angehalten, um mit den Vedetten zu ſprechen. Um 2 ½ Uhr hörte er in der Nähe des Gehölzes von Hougomont die Schritte einer marſchixrenden Colonne; er glaubte einen Augenblick an den Rückzug Wellington's. Er ſagte zu Bertrand:

„Das iſt die engliſche Arridregarde, die ſich in Bewegung ſetzt, um das Lager zu verlaſſen. Ich werde die 6000 Engländer, die von Oſtende

kommen, gefangen nehmen.“ Er ſprach ſehr heiter;

er hatte ſeine Schwungkraft der Landung vom 1. März wieder gefunden, als er dem Großmarſchall, dem enthuſiaſti⸗ ſchen Bauer des Golfs Zuan zurief:„Nun, Bertrand, da kommt ſchon Verſtärkung!“ In der Nacht vom 17. zum 18. Juni ſpottete er über Wellington.—„Dieſer kleine Engländer bedarf einer Lehre,“ ſagte Na⸗ poleon. Der Regen verdeppelte ſich; es donnerte, während der Kaiſer ſprach.

Um 3 ½ Uhr Morgens hatte er eine Illuſion verloren; Offiziere, die auf Recognoscirung ausgeſchickt worden waren, meldeten ihm, daß der Feind keine Bewegung uuache. Nichts rührte ſich; kein Bivouacfeuer war erloſchen. Die engliſche

ue ſs ſchlief. Das Schweigen war tief auf der Erde;

Lärm gab es nur im Himmel. Um 4 Uhr wurde ein

Bauer ihm zugeführt; dieſer Bauer hatte als Bote für eine Die Elenden. III. 3