beide Armeen. Aber für die Engländer noch mehr wie für die Franzoſen.
Es hatte die ganze Nacht geregnet; der Boden war durch die Güſſe aufgeweicht, das Waſſer hatte ſich hier und dort in den Vertiefungen der Ebene angeſammelt; auf ein⸗ zelnen Punkten ſanken die Wagen der Trains bis zu den Achſen hinein; die Bauchgurte der Geſpanne trieften von flüſſigem Koth; wenn nicht das Korn und der Hafer, die unter dem Zuge der Karren niedergeriſſen wurden, die Gleiche ausgefüllt und den Rädern eine Stütze geboten hätten, ſo wäre jede Bewegung, beſonders in den Thälern auf der Seite von Papelotte unmöglich geweſen.
Das Gefecht begann ſpät; Napoleon hatte, wie erwähnt, die Gewohnheit, die ganze Artillerie wie eine Piſtole in der Hand zu halten, bald auf dieſem Punkt, bald auf einen andern der Schlacht zielend. Und hätte er warten wollen, bis die beſpannten Batterien frei galoppiren konnten; dazu war es nöthig, daß die Sonne hervorbrach und den Boden
austrocknete. Aber die Sonne kam nicht. Es war nicht
mehr wie Auſterlitz. Als ver erſte Kanonenſchuß abgefeuert wurde, ſah der engliſche General Coloville nach ſeiner Uhr und bemerkte, daß es 11 Uhr 35 Minuten ſei.
Das Gefecht begann mit Wuth, mit mehr Wuth viel⸗ leicht, als der Kaiſer wollte, durch den linken Flügel bei Hougomont. Zu gleicher Zeit griff Napoleon das Centrum an, indem er die Brigade Quiot auf La Haie⸗Sainte warf, und Ney führte den rechten franzöſiſchen Flügel gegen den linken engliſchen, der ſich auf Papelotte ſtützte.
Der Angriff auf Hougomont war zum Theil Schein— angriff. Wellington dorthin zu locken, ihn zu veranlaſſen, ſich links zu ziehen, das war der Plan. Dieſer Plan würde gelungen ſein, wenn die vier Compagnien der engliſchen Garde und die tapferen Belgier der Diviſion Perponcher nicht die Poſition kräftig gehalten hätten, ſo daß Wellington, ſtatt ſich


