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Zwei feindliche Armeen auf einem Schlachtfelde ſind zwei Kämpfer. Es iſt ein Ringen, der Eine trachtet den Andern niederzuwerfen. Man klammert ſich an Alles an; ein Gebüſch iſt ein Stützpunkt; ein Stück Mauer iſt ein Schutz; in Ermangelung einer Hütte, wo dies ſich ſtützen kann, weicht ein Regiment zurück; eine Vertiefung der Ebene, eine Erhöhung des Terrains, ein zu rechter Zeit erreichter Fußweg, ein Gehölz, eine Schlucht können der Proſa des Koloſſes, den man eine Armee nennt, einen Halt gewähren und ihn verhindern, zurückzuweichen; wer das Feld verläßt, iſt geſchlagen. Daraus entſpringt für den verantwortlichen Führer die Nothwendigkeit die geringſte Gruppe von Bäumen zu prüfen und die kleinſte Vertiefung zu erforſchen.
Die beiden Feldherrn hatten aufmerkſam die Ebene von Mont⸗Saint⸗Jean, welche jetzt die Ebene von Waterloo genannt wird, ſtudirt. Schon das Jahr zuvor hatte Wel⸗ lington mit der Vorausſicht des Scharfſinnes ſie für den möglichen Fall einer großen Schlacht unterſucht. Auf dieſem Terrain und für den Zweikampf des 18. Juni hatte Wel⸗ lington die gute Seite, Napoleon die ungünſtigere. Die engliſche Armee ſtand oben, die franzöſiſche Armee unten.
Hier die Geſtalt Napoleons zu ſchildern, zu Pferde, das Fernrohr in der Hand auf der Höhe von Roſſomme bei Tagesanbruch am 18. Juni 1815, iſt überflüſſig. Ehe man ihn zeigt, hat ihn die ganze Welt ſchon geſehen, das ruhige Profil unter dem kleinen Hute der Militairſchule von Brienne, die grüne Uniform, die weißen Revers, welche den Stern bedeckten, der Ueberrock, welcher die Epauletten verbarg, der Zipfel des rothen Bandes unter der Weſte, die Lederhoſen, der Schimmel mit ſeiner purpurrothen Sammetdecke und in den Ecken mit dem gekrönten N und den Adlern, die ſteifen Stiefeln über ſeidenen Strümpfen, die ſilbernen Sporen, der Degen von Marengo, dieſe ganze Geſtalt des letzten Cäſar


