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Neue Novellen : Slg. 2 / [Paul Johann Ludwig Heyse]
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ſagte ich.Gehen Sie, es iſt gut. Der ehr⸗ liche Menſch verließ mich zögernd mit bedenklichen Blicken. Er mochte glauben, der Schlag habe mir den Verſtand zerrüttet, und ich hörte, daß er draußen auf dem Flur in der Nähe blieb, um bei der Hand zu ſein, wenn ich außer mir geriethe. Ich aber, als ich allein war, brach in Thränen aus, warf mich auf den Boden und küßte die Stelle, wo ihr Fuß geſtanden, und die Taſten des Claviers, auf denen ihre Finger geruht hatten.

Der Wahnſinn der Freude verloderte bald, und da ich durch das Fenſter die Jagd der Wolken ſah und die Kälte empfand, die durch den Kamin ſtoß⸗ weiſe hereinfuhr, wurde ich plötzlich von Schrecken und Schauder erfüllt, und ſah mein Kleinod, mein Weib, mein Leben auf der furchtbaren See verloren dahinſchwanken.Nein, rief ich aus,das kannſt du nicht wollen, gütiger Gott, der den Stürmen und Wellen gebietet, daß das Ungeheure geſchehe! Zerbrich meine Schiffe, verſenke die Ladung, mache mich zum Bettler, aber rette mir mein Weib!

In der entſetzlichen Unruhe, die von Minute zu Minute ſtieg, litt es mich nicht mehr im Zimmer.