30 ſchwerer zu machen durch Unvernunft. Vielleicht wenn du ſpäter einmal von meinem Tode hörſt, wirſt du einen Mann und ſchöne Kinder anſehen und dich ſegnen, daß der Todte in dieſer Nacht mehr Vernunft hatte, als du, wenn es auch in jener erſten umgekehrt war. Laß mich nun ſchlafen gehn, geh du auch und ſchaffe, daß wir uns morgen nicht wiederſehn. Du haſt einen guten Ruf, wie ich unter wegs von meinen Contrabbandieri erfuhr. Wenn wir uns etwa umhalsten, morgen, und du machteſt ein Schauſpiel nicht wahr, Kind? Und nun— gute Nacht, gute Nacht, Fenice!“
Da bot ihr noch einmal herzlich die Hand. Aber ſie nahm ſie nicht. Sie ſah ganz bleich aus im Mondſchein, die Brauen und niedergeſchlagenen Wimpern um ſo finſterer.„Hab ich nicht genug gebüßt,“ ſprach ſie halblaut,„daß ich vor ſieben Jahren eine Nacht lang zu viel Vernunft hatte? Und nun will er, daß dieſe tauſendmal verwünſchte Vernunft mich wieder elend machen ſ und dies⸗ mal eine Ewigkeit lang? Nein, nein, n Ich laſſe ihn nicht mehr aus den Händen— ich müßte mich vor
allen Menſchen ſchämen, wenn er ginge und ſtürbe.“


