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Neue Novellen : Slg. 2 / [Paul Johann Ludwig Heyse]
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Gewiß, das wollen ſie, Kind, nichts Geringeres. Woher weißt du das aber?

Ich ſehe es hier und hier! Und ſie deutete mit dem Finger auf Stirn und Herz.

Du biſt auch eine Zauberin, eine Strega, fuhr er mit Lächeln fort.Ja wohl, Kind, ſie wollen mich morden. Mein Gegner iſt der beſte Schütze in Toscana. Sie haben mir die Ehre angethan, einen ſtattlichen Feind gegen mich zu ſtellen. Nun, ich werde mir auch keine Schande machen. Wer weiß aber, ob Alles mit rechten Dingen zugeht? Wer weiß? Oder haſt du auch Zauberkünſte, das voraus⸗ zuſehen? Was hülf' es, Kind! damit wäre nichts geändert.

Du mußt es dir alſo ſchon aus dem Sinn ſchlagen, fuhr er nach einigem Schweigen fort, deiner thörichten alten Liebe ihren Willen zu thun. Vielleicht hat Alles ſo kommen müſſen, damit ich nicht aus der Welt ginge, ohne dich frei zu machen, frei von dir ſelbſt und deiner unſeligen Treue, armes Kind. Siehſt du, wir hätten auch vielleicht ſchlecht für einander getaugt. Du warſt einem andern Filippo treu, einem jungen Fant mit leichtſinnigen