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Neue Novellen : Slg. 2 / [Paul Johann Ludwig Heyse]
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Menſch auf der Straße anrannte und mich mit Be⸗ leidigungen überhäufte. Ich konnte mich nicht anders von ihm losmachen, als durch einen Stoß gegen die Bruſt, denn er war berauſcht und keiner Erwiede rung werth. Kaum hatte ich mich aus dem Menſchen ſchwarm herausgewunden und war in ein Café ge⸗ treten, ſo kam mir ſchon ein Verwandter jenes Menſchen nach, nüchtern von Wein, aber trunken von Gift und Zorn, und ſtellte mich zur Rede, daß ich wie ein Ehrloſer auf Worte mit Fäuſten geant wortet hätte, ſtatt zu thun, was jeder Galant'uomo gethan haben würde. Ich antwortete ſo gemäßigt, wie ich konnte, denn ſchon durchſchaute ich's, daß Alles eine Veranſtaltung der Regierung war, mich durch einen Zweikampf unſchädlich zu machen. Doch gab ein Wort das andere und die Feinde hatten endlich das Spiel gewonnen. Der Andere gab vor, daß er ins Toscaniſche hinüber müſſe, und drang darauf, die Sache drüben auszumachen. Ich ging darauf ein, denn es war Zeit, daß einer von uns Beſonnenen den unruhigen Köpfen bewies, nicht Mangel an Muth ſei die Urſache unſerer Zurück haltung, ſondern einzig die Hoffnungsloſigkeit aller

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