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Neue Novellen : Slg. 2 / [Paul Johann Ludwig Heyse]
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21 unterm Monde. Seit manchem Jahr laſſen ſie mich in Ruh, obwohl ich noch nicht alt bin, und ſo ſchön wie ich immer war. Es iſt, als ob ſie Alle wüßten, daß du nun bald kommen würdeſt. Dann wieder:

Wo willſt du mich nun hinführen? Willſt du hier oben bleiben? Nein, es taugt nicht für dich. Seit ich in Florenz war, weiß ich, daß es traurig auf dem Gebirge iſt. Wir wollen das Haus und die Heerden verkaufen, dann bin ich reich. Ich habe das wilde Weſen mit den Leuten hier ſatt. In Florenz mußten ſie mich Alles lehren, was eine Städterin braucht, und ſie verwunderten ſich, wie raſch ich Jedes begriff. Freilich, ich hatte nicht viel Zeit und alle Träume ſagten mir, daß es hier oben ſein würde, wo du mich zu ſuchen kämeſt. Ich habe auch eine Zauberin gefragt, und auch das iſt Alles eingetroffen.

Und wenn ich nun ſchon eine Frau hätte?

Sie ſah ihn groß an.Du willſt mich verſuchen, Filippo! Du haſt keine. Auch das hat mir die Strega geſagt. Aber wo du wohneſt, das wußte ſie nicht.