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Neue Novellen : Slg. 2 / [Paul Johann Ludwig Heyse]
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ſonnenheißen Tage ein feiner Nebel aus den Schluch ten heraufgewälzt und breitete ſich langſam über die edelgeformten nackten Felszüge des Hochlandes. Es mochte gegen neun Uhr Abends ſein. In den zer ſtreuten niedrigen Steinhütten, die über Tag nur von den älteſten Weibern und jüngſten Kindern be⸗ wacht werden, glommen nur noch ſchwache Feuer⸗ ſcheine. Um die Herde, über denen die großen Keſſel wankten, lagen die Hirten mit ihren Familien und ſchliefen; die Hunde hatten ſich in die Aſche geſtreckt; eine ſchlafloſe Großmutter ſaß wohl noch auf einem Haufen Felle und bewegte mechaniſch die Spindel hin und her, Gebete murmelnd, oder ein unruhig ſchlafendes Kind im Korbe ſchaukelnd. Die Nacht luft zog feucht und herbſtlich durch die handgroßen Lücken in der Mauer, und der Rauch der ruhig ausbrennenden Herdflamme, der jetzt vom Nebel ge⸗ drängt wurde, ſchlug ſchwerfällig zurück und floß an der Decke der Hütte hin, ohne daß es der Alten beſchwerlich ward. Hernach ſchlief auch ſie mit offenen Augen, ſo viel ſie konnte.

Nur in einem Hauſe war noch Bewegung. Es

hatte auch nur ein Stockwerk wie die andern; aber