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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
Entstehung
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ihr flüchten müſſen, wenigſtens auf eine Zeit! Aber ſie dürfen nur unter unſere Diaconiſſen gehen, in die Kranken⸗ häuſer, unter die Menſchen, welche mit der weißen, linden Krankenkleidung auch ein linderes, ſtilleres Weſen ange⸗ zogen haben, da werden ſie finden, was ſie ſuchen, und oft mehr! 2

Ellis kannte ſolch ein Haus, es lag nicht weit von ihrer Heimath.Da will ich Ruhe finden, ein Plätzchen zum Beten und ein Plätzchen zum Arbeiten ſagte ſie in Gedanken, und damit knüpfte ſie ihr weißes Tüchlein wieder enger um ihrenKopf und hüllte ſich tiefer in ihren Mantel.

Leb' wohl, du reines, frommes Kind, das Glück dieſer Erde hat dir wenig gelächelt, aber du hatteſt auch beſſere Wünſche, die es doch niemals hätte befriedigen können. Und

in der Tiefe deiner Seele ſtehet ein Bild, das doch in ſich alle Schönheit dieſer Erde enthält, und noch mehr, und in dem doch alle Farben zuſammenfließen, mit denen man ein irdiſches Wohlbehagen ſchmücken kann, das Bild eines weiß⸗ häuptigen Mannes voll Liebe und Adel, eines Menſchen, wie er ſelten gefunden wird, tief wurzelnd und hoch ausſchauend und in Vielem ein Meiſter, und in dem Einen ewig ein de⸗ müthiger Jünger. In dieſem Bilde trägſt du, meine Ellis, Alles bei dir, was die Erde an Gutem und Schönem hat, und ſieheſt doch überall an ihm die tiefe, unauslöſchliche Sehnſucht nach einer Vollendung und einer Verklärung, nach dem harmoniſchen Schluß eines ſchönen Beginnens!

So lebe denn fort, wie er, heiter und gelaſſen, de⸗ müthig, ſtill und bewegt, freue dich mit den Frohen, und weine mit den Traurigen.