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das Bewußtſein ſeiner Schuld in toller Luſt zu begraben ver⸗ ſuchte und eine Frau nach dem Geſchmack der Verwandten heirathete, welche er dann wieder unter Umſtänden verſtieß, welche ihn in den Augen der guten Geſellſchaft brandmarkten und ihn nöthigten, ſein Vaterland zu verlaſſen.
Und jetzt trat dieſe ganze Schuldgeſchichte in grellen Bildern vor das Auge des grauen Sünders, und aus jedem Winkel des dämmerigen Zimmers ſchien ihm ein neues, ſtra⸗ fendes und fluchendes Antlitz ſich zu erheben.
Er litt furchtbar.
So kam der Morgen heran; die Lampe verlöſchte von ſelbſt; auf den Straßen, dicht unter dem Fenſter, begann wieder der tolle Spuk der Revolte. Die Säbel, Piken und Senſen klirrten über das Straßenpflaſter, die Glocken läuteten in ſtürmiſcher Haſt; von der Pirnaiſchen Seite kam ein neuer Zuzug elender, wilder Geſtalten, und der Donner der Ge⸗ ſchütze und das praſſelnde Geräuſch der Gewehrſalven, welche in die Dächer ſchlugen, begann von Neuem.
Schaudernd ſah der Baron von dem Fenſter einen Au⸗ genblick dem Treiben zu. Der innere Haß, der in ihm gegen das Chaos und die Verworrenheit ſeines Innern aufgewacht war, warf ſich auch auf dies Bild der Empörung, ein furcht⸗ barer Ekel über alle dieſe Auflehnung, über dies Geſchrei und wirre Gebahren, über dieſe Wildheit und Selbſtvermeſſen heit ergriff ihn, es war ihm, als wankte der Boden ſeines Lebens unter ſeinen Füßen, als müſſe er untergehen. Hein rich ſtörte ihn in ſeinen traurigen Betrachtungen, er war eben erwacht und rief mit matter Stimme nach ſeinem Freunde. „Ich bitte Dich um eines, bring' mich hier weg aus dieſer Stadt, aus dieſem Leben, aus dieſer Revolution!“
—„Deine Wunde erlaubt das nicht“— erwiederte der Baron, der mit innerer Luſt dieſen Vorſchlag hörte.


