Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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die menſchliche Natur verabſcheut die Lüge und die krummen Pfade, ſelbſt wenn ſie den Nutzen erkennt und genießt. Dieſe Eigenſchaft ſichert der Geſellſchaft den endlichen Sieg des Rechtes und der Wahrheit. Auf dieſe Eigenſchaft bauſt du das Gelingen deiner Pläne, aber du ſelbſt fällſt ihr als Opfer. Ich bewundere deine Hingebung, aber ich weiß nicht, ob ich die Kraft beſitze dir zu folgen. Ich habe mich in die Lage des Johannes Huß hineingedacht, wie er in erhabener Unbeug⸗ ſamkeit den Scheiterhaufen beſtieg, er wollte ſein Leben nicht durch eine Lüge erkaufen und dieſe Wahrhaftigkeit ſichert ihm ewigen Ruhm; aber woher die Kraft nehmen ſein Leben an ein Stre⸗ ben zu ſetzen, das man der Welt ewig verſchleiern muß, um nicht von ihrer Verachtung getroffen zu werden?“

„Im Streben ſelbſt,“ erwiederte der Mönch, „und in der Siegeshoffnung liegt die Kraft. Du weißt noch nicht Ephraim, was es heißt von einem mächtigen Streben erfüllt ſein, in deiner Seele ſchlummert noch die allein thatkräftige Leidenſchaft, die Liebe wie der Haß; dein Gemüth kennt bis jetzt nur Wohlwollen oder Abneigung. Dein Geiſt