Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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nig vom Hunger geplagt ſein müſſe. Dieſe Be⸗ merkung kam ihm ſehr gelegen, er ſah darin ein Mittel die Freundlichkeit des mürriſchen Geſellen zu gewinnen. Er erinnerte ſich, daß Jakob den

wilden Eſau durch ein Gericht Linſen gewonnen

habe, und der derbe Geſell da draußen ſchien ihm ein wahrer Eſau zu ſein, eben ſo wild und eben ſo heißhungrig. Ephraim ließ ſich ſein Mittags⸗ eſſen auf ſeine Stube bringen, und ſobald die Wirthſchafterin ſeines Vaters ſich entfernt hatte, eilte er, ohne ſelbſt ans Eſſen zu denken, mit der Schüſſel auf den Abhang hinaus.

Der Verſuch gelang vollkommen. Der Geruch des dampfenden Fleiſches in der Schüſſel traf die Naſe des jungen Eſau mit ſichtlichem Wohl⸗ behagen, ſein grünes Auge erhob ſich mit dank⸗ barer Verwunderung zu Ephraim, der ihm die Schüſſel ſchweigend aber mit einem Ausdruck als wollte er ihn für die Anerbietung um Vergebung bitten, überreichte. Nachdem der hungrige Gerber den Inhalt der Schüſſel bis auf den Grund er⸗ ſchöpft hatte, ſagte er mit freundlichem Grinſen: Du biſt ein gutherziger Junge, alle Juden haben ein gutes Herz, meine Mutter erhält jeden Freitag