Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Knaben zu bilden, in dem jeder Bildhauer ein Modell zu einem Halbgott erblickt hätte. Als die⸗ ſer Knabe der den ſchönen bibliſchen Namen Eph⸗ raim erhielt, achtzehn Jahre alt war, glich er einem jener antiken Heldenbilder bei denen der kleine faſt weibliche Kopf gegen die kraftvolle Geſtalt jenen wunderbaren und reizenden Contraſt bildet, worin eben das unterſcheidende Merkmal des Halbgottes liegt, nämlich gewaltige überirdiſche Kraft in leich⸗ ten gefälligen Formen. In der Theſeus⸗Gruppe des Canova iſt dieſe Idee des antiken Heroenthums ſo glücklich zum Ausdruck gebracht, wo die olym⸗ piſche Kraft des von Göttern abſtammenden Jüng⸗ lings mit müheloſer Sicherheit und graziöſer Ge⸗ wandtheit die plumpe ſelſige Knochen⸗ und Fleiſch⸗ maſſe des Centauren überwindet. Doch war es nicht die Schönheit des jungen Ephraim, welche ihm in ſeiner Gemeinde Geltung verſchaffte; dieſe Himmelsgabe war vielmehr noch von Niemanden bemerkt worden. Der Sinn für Formſchönheit der wohl in jedes Menſchen Seele liegt, muß ebenſo wie der Sinn für Muſik durch Vorhaltung von Kunſtwerken und durch prüfende Vergleichung entwickelt werden. Aber in den Land⸗

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