Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Romanſchreibern oft ſo intereſſanten Stoff gebo⸗ ten haben. Die ſchöne Judith würde es ſich wohl zweimal überlegt haben, bevor ſie ſich entſchloß einen Todtengräber bräutlich zu umarmen, wenn ſie nicht unglücklicherweiſe eine blutarme Waiſe geweſen wäre und, was noch fataler, ein Kind der Liebe, entſprungen aus der zärtlichen Freundſchaft einer allzu gläubigen Nähterin mit einem ungläu⸗ bigen Garniſonslieutenant. Der Lieutenant war einige Zeit nach Judiths Eintritt in die Welt ver⸗ ſchwunden, und der Nähterin brach darüber das Herz. Die arme Judith würde mit einem ſolchen Stammbaum keinen Mann bekommen haben, und wäre ſie ſo ſchön geweſen wie die berühmte Kö⸗ nigin Eſther. Doch der gutmüthige Todtengräber, dem eben auch nicht die Auswahl unter den Töch⸗ tern der Gemeinde frei ſtand, drückte ein Auge zu über den Querbalken im Wappen des ſchönen Mäd⸗ chens, und die ſchöne Judith, welche bei ihren em— pfindlichen Glaubensgenoſſen kaum einen Dienſt erhalten konnte, entſchloß ſich gerne mit dem Tod— tengräber als eheliche Frau die Wohnung zu theilen, zu der man hinabſteigen mußte wie in eine tiefe, finſtre Gruft. 13*