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abſonderliche Angſt vor dem Tode und eine un— ſägliche Scheu vor den Todten haben. Schon der alte König Salomo, den man den Weiſen nennt, ſprach ſeine Todesfurcht ganz unumwunden in der nicht ſehr eleganten Phraſe aus:„Beſſer leben⸗ diger Hund als todter Löwe.“ Der alte Gott vom Berge Sinai wird aber auch den armen Juden als ein ſo finſterer, zorniger, unerbittlicher Herr geſchildert, daß ſie allerdings nicht ſonderlich Luſt haben können vor ſeinen Thron freiwillig zu treten. Voll Grauen und Entſetzen beſucht das zage Lamm Jakobs die Gräber ſeiner Väter am Jahrestage ihres Todes, und der Wohlhabende kauft ſich von dieſer Pflicht los, indem er Klageweiber oder Bet⸗ brüder, je nachdem der Todte eine Frau oder ein Mann war, an das Grab ſendet um dort die vor⸗ geſchriebenen Gebete abzuleſen.
Dieſe Grabſtätten erinnern aber auch nicht im Geringſten an jenen ſchönen Garten, wo der arme Erdenſohn ſo paradieſiſch glücklich wieder erwachen ſoll, nachdem ihm irgend ein häßliches Uebel den letzten Athemzug auf dieſer Erde entriſſen. Auf dieſen Grabſtätten gibt es keine eingehegten oder von zierlichen Eiſengeländern umgebenen Plätze, wo


