Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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von Höllenbreughel, Wände mit hundertjährigem Staub. Und man findet einen hellen luftigen Raum, die Wände mit heitern friſchen Farben bedeckt. Der Fußboden von weißen Steinplatten iſt blank geſcheuert, die Bänke ſind wohl polirt und Kanzel, Chor und Altäre faſt kokett geſchmückt. Die Krucifixe ſind ſo niedlich, daß eine fromme Dame ſie in ihrem Betzimmer aufſtellen könnte; die Altarblätter enthalten die gefälligſten Scenen aus der chriſtlichen Mythologie, ſind von Künſtler⸗ hand gemalt und von neuem Datum. Die Orgel dröhnt hier nicht wie die Poſaune des jüngſten Gerichtes, ſie iſt dem zarteſten Nervenſyſtem an⸗ gepaßt. Von der Kanzel kreiſcht kein hohlwan⸗ giges, zahnloſes Geſpenſt Flüche und Drohungen; ſondern ein bildſchöner junger Mann mit ſchwär⸗ meriſch blitzenden Augen und ſchneeweißen feinen Händen predigt eine phantaſtiſche zauberreiche Lehre, die ſich wie hochromantiſche Poeſie anhört.

Unter ſolchen Umſtänden iſt es kein Wunder, daß das zarte Geſchlecht dieſer Kirche ein zahl⸗ reiches Publikum und ſolchen Seelenhirten eine ergiebige Heerde liefert. Hieher wallfahrten alte

und junge Sünderinnen um nagende Erinnerungen

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