Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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1.

Wenn man in Wien vom Donauquai der Leo⸗ poldſtadt oder dem anliegenden Glacis nach der hochliegenden innern Stadt hinaufſieht, bemerkt man ſeitwärts vom himmelanſteigenden St. Ste⸗ phan einen ſchlanken Kirchthurm, der weniger durch ſeine Höhe als durch die reizende und eigen⸗ thümliche Form ſeiner Spitze die Aufmerkſamkeit anregt.

Dieſe Spitze aus ſchwarzen Steinmaſſen nimmt ſich in der hohen Luft wie die feinſte Filigran⸗ arbeit aus. Sie bildet einen Blumenkelch aus dem ein Kreuz hervorwächſt.

Der Fremde der zum erſtenmal von dieſem Punkte die Stadt betrachtet, iſt gewiß nicht wenig verwundert, daß ihm auf ſeinen Wanderungen durch den beſchränkten Raum der innern Stadt dieſer merkwürdige Thurm noch nirgends aufgefallen. Auf Erkundigung erfährt er, daß dieſer Thurm

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