292 Itriegsſrenen.
N. S. Snap iſt vor acht Tagen ſeinem Herrn vorausgegangen.
Der Brief machte einen tiefen ſchmerzhaften Ein⸗ druck auf mich. Die unerwartete Botſchaft erſchuͤt⸗ terte mich um ſo mehr, da ich eben mit einer Ein— richtung fertig geworden, welche meinem Freunde einen beſſern Wohnſitz bereitete. Doch war es vielleicht beſ⸗ ſer fuͤr ihn, an dem Orte zu ſterben, wo er ſo kuͤm— merlich gelebt hatte, und wo ihm der Abſchied von der Welt leicht werden mußte.
Sein Grab iſt mit einem kleinen Leichenſtein be⸗ zeichnet, der bloß ſeinen Namen, und ein Paar Zei⸗ len enthaͤlt, worin ſeine guten Eigenſchaften erwaͤhnt werden. Wie wenige— vielleicht kein einziger ſeiner vielen Bekannten, Waffenbruͤder und Freunde, werden den Ort aufſuchen und die prunkloſe Grabſchrift leſen.
Ich habe einige ſeiner Erzaͤhlungen und Anekdo⸗ ten aus dem Gedaͤchtniſſe, leichthin zu Papier ge⸗ bracht. Es ſind bloße Skizzen, denen Farbe, Leben und Seele des muͤndlichen Vortrags abgehet. Sie waren uͤberhaupt mehr fuͤr den Zuhoͤrer, als fuͤr den Leſer; doch da der groͤßte Theil meiner Leſer ſie nicht hat erzaͤhlen hoͤren, ſo mag hier eine, oder die andere, als Probe ſtehen, und um Nachſicht bitten.


