Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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Die liloſter⸗Zelle. 65

kel, welchen die Vorſpruͤnge des gothiſchen Baues bildeten.

In dieſem unſichern Zufluchtsorte, vor Kaͤlte und Naͤſſe ſchlotternd, fuͤhlten ſie, wie die langſamen Mi— nuten auf ſchwerfaͤlligen Schwingen dahin zogen. Kein Gegenſtand zeigte ſich, als die Geſtalt eines Mannes, der zweimal bei dem Winkel, in welchem ſie verborgen waren, voruͤberging, ohne daß ſie etwas von ihm naͤ⸗ her unterſcheiden konnten.

Endlich trug ein auf ſie zuwehender Windſtoß ihnen den erſten Schlag der neunten Stunde mit hohlen Toͤnen entgegen. Der Liebende ergriff ſeines Freundes Hand, druͤckte ſie mit krampfhafter aber triumphirender Erregung, lispelte ein Lebewohl, ſo leiſe, als ob die heiligen Mauren ſein Geheimniß der Welt haͤtten verrathen koͤnnen, und ſchritt augenblick⸗ lich nach dem kleinen Portale zu, das ſich um eine Ecke herum wenige Schritte von ihnen befand. Einen Augenblick lang blieb ſein Freund bewegungslos ſtehen; als er ſich aber wieder beſann, folgte er vorſichtig und langſam, den fluͤchtigen Fußtritten die ihm vor— auseilten. Gleich darauf war er ſchon nahe und ſah, wie das Portal, das er nur muͤhſam unterſcheiden konnte, gerade nur ſo weit offen ſtand, um den aͤngſt— lich Wartenden hindurch zu laſſen, der auch ſchnell hinein ſchluͤpfte. Im Augenblicke ward es wieder ge⸗