Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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Städte und litrrhen. 43

ger Chriſten auf einem Wege, den ich mit dem wah⸗ ren Sinne ihrer Religion und ihres Stifters fuͤr un⸗ vertraͤglich halte, nicht einverſtehen. Und doch ver— ehre ich Religion auch noch in dem, was ich fuͤr ihre Entartung halte, und moͤchte dem niedrigſten Fanati⸗ ker, der ſich einbildet ſeinen Schoͤpfer zu erheben, in⸗ dem er ſich ſelbſt herabwuͤrdigt, weder bekraͤnken noch beleidigen. Da es nun nicht zu meinen Pflichten ge— hoͤrt, den Unterſchied zwiſchen Herabwuͤrdigung und Demuth zu lehren, ſo thue ich ſelten mehr, als unter dem Eingange der Kirchen, den feierlichen Klaͤngen der Orgel zuzuhoͤren, oder ſehr fruͤh oder ſehr ſpaͤt, wenn die Schatten des Zwielichts die heiligen Raͤume umſchleiern, und ein myſtiſches Dunkel zugleich das Gebaͤude, die Bewohner und ihre Abſichten zu verhuͤl⸗ len ſcheint, einen verſtohlenen Blick in das Innere zu wagen. Denn kirchliche Gebaͤude ſind nicht allein fuͤr kirchliche Gegenſtaͤnde erbaut. Die meiſten Chri— ſten fuͤhren weltliche oder unwuͤrdige Beweggruͤnde da— hin, und ſolche Auftritte hat man dann immer fuͤr geeignet gehalten, Situationen zu Romanen daher zu entlehnen. Verſchleierte Nonnen und verkappte Moͤnche ſind die wahre Nahrung fuͤr romantiſche Dichtungen, und ich bin uͤberzeugt, daß noch bis auf den heutigen Tag unter der Leitung ſolcher Mitſpielenden Verhaͤlt⸗ niſſe ſich geſtalten, die an Geheimnisvollem und Schreck⸗ lichem denen ganz gleich kommen, die von den uner⸗