National⸗Züge. 23
chen aber faſt uͤberall; ſtatt deren jedoch beſitzt jede Dorfſchenke, ja jede Kneipe, die einſam an der Straße liegt, ein oder mehrere Kabriolets, die den einzelnen Reiſenden weniger beſchwerlich, aber dagegen auch viel theurer fortſchaffen. Denn es findet bei ihnen kein beſtimmter Preis, weder nach Zeit, noch Entfernung, ſtatt. Alles beruht auf dem Abkommen mit dem Gaſt⸗ wirthe. Er iſt aber nie eigenſinnig billig, und der Him⸗ mel helfe den Reiſenden, die keinen andern Richter haben, als in Gewiſſen. Das nimmt keine Appellation an.
Die Fuhrknechte ſind in der Regel ſehr wunderliche Menſchen. Sie kennen das Land, zwanzig engliſche Meilen in der Runde(denn das iſt ungefaͤhr der Um⸗ kreis ihrer Fuhren) ganz vortrefflich; aber man frage ſie nur einmal uͤber etwas, was weiter hinaus liegt, ſo antworten ſie gleich:«Ich kenne die Gegend nicht.”» Von dem Orte an, wo ſie wohnen, bis zu dem, wo⸗ hin ſie fahren, giebt es kein Haus oder Geſicht, das ihnen nicht vollkommen bekannt waͤre. Sie wechſeln aber wenig Worte, und man findet bei ihnen keine Spur von dem bekannten Nicken und Winken und Elbogen⸗ wenden, das den engliſchen Kutſchern eine ſo beſon⸗ dere Eigenthuͤmlichkeit giebt. Ein Belgiſcher Fuhrmann ſitzt zuſammengekauert in der Ecke ſeines Kabriolets, und ſtrengt ſeinen Nacken, ſeine Nerven oder Mus⸗ keln gar nicht durch dergleichen Bewegungen an. Ein aufſchauender Blick des Erkennens, oder ein


