BDie Gränze. 11
ſchenken. An dreißig Staͤdte und dreimal ſo viel Doͤr⸗ fer, die man von jener Hoͤhe aus ſehen kann, zeigen, daß in dieſen gruͤnenden Ebenen der Anbau ſchon lange zu Hauſe war, und unſere Einbildung ſtellt ſich dann die unmerkliche Bevoͤlkerung vor, die uͤber dieſem frucht⸗ baren Boden ſich verbreitet.
Dieſe Zuſammenſtellung iſt es aber auch, welche den außerordentlichen Reiz dieſer Ausſicht bildet, der Verein von Ausdehnung und Wohlſtand, der deutliche Anblick von Fruchtbarkeit und Erwerbfleiß, die Ver⸗ bindung zwiſchen Natur und Kunſt. Jedoch faſt Al⸗ les, was zur Schoͤnheit einer Landſchaft gehoͤrt, Daͤmme und Kirchthuͤrme,— iſt auch Alles, und dieſe in ſolcher monotonen Menge, daß ſie bald den Blick ermuͤden. Da giebt es keine Fluͤſſe, nicht einen Huͤ⸗ gel, außer dem, auf welchem man ſteht, keine Rui— nen, die man ſaͤhe, keinen Kontraſt, kurz keine Ver⸗ ſchiedenheit— und welche Ausſicht waͤre ohne dieſe wol ſchoͤn?
Kaum iſt der erſte Ausbruch des Staunens vor⸗ uͤber— denn dieſes tritt jedenfalls ein— ſo finden wir an der Ausſicht das Mangelnde, und ſetzen nun im Einzelnen das herab, was im Ganzen eine ſolche Ueberraſchung hervorbrachte. Wir erblicken auf der ſchoͤnen gruͤnen Ebene bloß das, was flach und reiz⸗ los iſt, ob wir gleich mit gutem Gewiſſen nicht hin— zuſetzen koͤnnen, auch nutzlos. Der duͤnne Duͤnſt⸗


