6 Sützzen aus Belgien.
gen? unſere Augen zu beſchatten, ſtatt ſie ganz zu ſchließen? uns doch wenigſtens die Mittel uͤbrig zu laſſen, unſern Weg in dem Labyrinthe zu erkennen, in welches wir uns ſelbſt geſtuͤrzt haben?
Es iſt eine hoͤchſt ſchwierige Sache, bis auf den wah⸗ ren, auszeichnenden Charakter einer Nation zu gelan⸗ gen. Er beſteht aus ſo abwechſelnden Schatten einer ſo unendlichen Menge von Miſchungen, und zeigt ſich ſo chamaͤleoͤngleich in den ſtets ſich aͤndernden Zu⸗ ſtaͤnden ſeiner moraliſchen Atmoſphaͤre! Leicht iſt's, von beſtimmten Grundſaͤtzen und ungemiſchten Ver⸗ ſchiedenheiten zu ſprechen. Aber wo findet man dieſe? Bei den Individuen? Man zeige mir den Geiſt, der nicht durch Umſtaͤnde verdreht werden kann,— die Nation, die nicht durch Begebenheiten veraͤndert wer⸗ den muß! War das engliſche Volk vor der Refor⸗ mation das, was es jetzt iſt,— das franzoͤſiſche das heutige, vor der Revolution? Und was wird nicht Griechenland bei der glaͤnzenden Erneuerung, die ſei⸗ ner wartet, werden koͤnnen? oder Irland bei dem nach und nach geſchehenden Hinwegraͤumen der Maſſe von falſchen Maßregeln, welche ſeine niedergebeugte Energie noch verhuͤllt? Man koͤnnte dies jedoch viel— leicht eine Abſchweifung von der Hauptmaterie nen⸗ nen. Ich habe es jetzt bloß mit Belgien zu thun, und auf kein Land in Europa kann das meiſte der vorhergehenden Bemerkungen ſchaͤrfer angewendet wer⸗
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