Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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Slizzen aus Belgien.

Gegenſtaͤnde, auf welche er blickt, nach dem Maßſtabe ſeiner eigenen Beſchaffenheit, nicht nach ihren wahren Eigenſchaften. Kein Wunder alſo, wenn viele acht⸗ bare und verſtaͤndige Schriftſteller in augenfaͤlligen Dingen ſich irren, und dann Hunderte von Reiſen⸗ den ihnen nach, die ſo leicht die Sachen fuͤr ausge⸗ macht annehmen, und durch andere Augen als ihre eigenen ſie betrachten. Die groͤßte Anzahl der Be⸗ ſchreiber vonReiſen undAusfluͤgen folgt ein⸗ ander in Einer Sache nach, ſo wie die indiſchen Krie⸗ ger bei einem feindlichen Einfalle; ſie wiſſen nicht, was rechts oder links von ihrem Pfade geſchieht, und den⸗ ken bloß daran, ſorgfaͤltig in ihres Vorgaͤngers Fuß⸗ tapfen zu treten. Daher ſchoͤpfen ſie dann auch ihre Vorſtellungen von Charakteren aus Quellen, wo es keine ſolchen mehr giebt, halten faͤlſchlich zerſtreute Materialien fuͤr Maſſen feſter Zuſammenſtellung, und glauben eine Nation geſchildert zu haben, wenn ſie deren Hauptſtadt beſchrieben.

Ein anderer Mißgriff der meiſten Schriftſteller ſcheint mir in ihrer Bereitwilligkeit zu liegen, lieber Nachtheiliges als Vortheilhaftes in den Charakteren aufzuſuchen. Sie gleiten ohne weitere Bemerkung uͤber die ſanfte Oberflaͤche von Nationaltugenden hin⸗ weg, koͤnnen aber kein Kieſelſteinchen auf ihrem Pfade gewahr werden, ohne es zu einem Steine des Anſto⸗

ßes zu machen. Sie ziehen das Sonderbare und Auf⸗

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