Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
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mutter geweſen, aber neben dem erhabenen Unglück, von dem wir ſo eben geſprochen, wir durch die Bosheit der Menſchen getrennte alte Freundinnen, neben dieſem königlichen Mißgeſchick habt Ihr, allerdings wenig fühlbare, aber von dieſer Welt ſehr beneidete Freuden ehabt. 3Welche? fragte Anna von Oeſterreich bitter. Wie könnt Ihr das Wort Freude ausſprechen, Her⸗ zogin, Ihr, die Ihr ſo eben anerkanntet, es bedürfe der Heilmittel für meinen Leib und meinen Geiſt?

Frau von Chevreuſe ſammelte ſich einen Augenblick und murmelte dann:

Wie fern ſind doch die Könige von den andern Menſchen!

Was wollt Ihr hiemit ſagen? 1

Ich will hiemit ſagen, ſie ſeien ſo weit vom groſ⸗ ſen Haufen entfernt, daß ſie für die Anderen alle Nothwendigkeiten des Lebens vergeſſen, wie der Bewoh⸗ ner des afrikaniſchen Gebirges, der im Schooße ſeiner

grünen, durch die Schneebäche erfriſchten Plateaur nicht begreift, daß der Bewohner der Ebene vor Durſt und Hunger inmitten durch die Sonne verbrannter 6

Ländereien ſtirbt.

Die Königin erröthete leicht, ſie hatte begriffen.

Wißt Ihr, daß es ſchlimm iſt, daß man Euch hülflos gelaſſen hat? ſprach ſie.

O! Madame, der König hat, wie man ſagt, den Haß geerbt, den ſein Vater gegen mich hegte. Der König würde mich wegweiſen, wenn er mich im Palais⸗ Royal wüßte.

Ich ſage nicht, der König ſei gut für Euch ge⸗ ſtimmt, erwiederte die Königin;doch ich, ich konnte ... insgeheim...

Die Herzogin ließ in ihrem Geſicht ein verächt⸗ liches Lächeln hervortreten, das Anna von Oeſterreich

beunruhigte.