waltigen Leibesübungen zugethan, hatte der König überdies jene allen Bourbonen gemeinſchaftliche natür⸗ liche Wärme des Blutes, welches raſch die Verdauung bewerkſtelligt und den Appetit erneuert.
Ludwig XIV. war ein furchtbarer Tiſchgenoſſe; er liebte es, ſeine Köche zu kritiſtren, doch wenn er ihnen Ehre widerfahren ließ, ſo war dieſe Ehre rieſig.
Der König fing damit an, daß er mehrere Sup⸗ pen entweder zuſammen, in einer Art von Macedoin oder abgeſondert aß. Er vermiſchte oder trennte viel⸗ Mehe jede von dieſen Suppen durch ein Glas alten
ein. Er aß raſch und ziemlich gierig. Porthos, der Anfangs aus Reſpekt auf einen El⸗ lenbogenſtoß von d'Artagnan gewartet hatte, wandte ſich, als er den König ſo zugreifen ſah, gegen den Musketier um und ſagte mit halber Stimme: „Mir ſcheint, man kann anfangen, Seine Majeſtät ermuthigt. Seht doch.“ „Der Koͤnig ſpeist,“ erwiederte d'Artagnan,„doch er ſpricht zu gleicher Zeit; richtet es ſo ein, daß er Euch, ſollte er Euch zufällig anreden, nicht mit vollem Munde trifft, das wäre mißfällig.“
„ Dann iſt das Beſte, nicht zu ſpeiſen,“ ſagte Por⸗ thos.„Ich habe jedoch Hunger, das muß ich geſtehen, und es riecht hier Alles ſo köſtlich, daß man immer mehr Appetit bekommt.“ 5
„Laßt es Euch nicht einfallen, nicht zu eſſen, Ihr würdet den König ärgern. Seine Majeſtät pflegt zu ſagen, derjenige arbeite gut, welcher gut ſpeiſe, und er ſieht es nicht gern, wenn man an ſeiner Tafel aſtet.“ fiß„Wie ſoll man es aber vermeiden, den Mund voll zu haben, wenn man ißt?“
„Ihr habt nur einfach die Aufgabe, zu verſchlin⸗ gen, wenn Euch der König die Ehre erweist, das Wort an Euch zu richten.“


