Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Ei, antwortete der Doctor,habe ich Sie nicht ſelbſt bei der Arbeit geſehen?

Wann? fragte der Chevalier mit verſtörter Miene.

Als Sie Ihren Freund, den armen Capitän Dumesnil, in Papaeti verpflegten, war ich da etwa nicht zugegen?

Sie? Sie waren da? fragte der Chevalier ganz betäubt.

Ich begreife; Sie erkennen den jungen Doctor des Dauphin nicht; ich war damals ſechsund⸗ zwanzig Jahre alt, jetzt bin ich einundvierzig. Vier⸗ zehn oder fünfzehn Jahre verändern einen Men⸗ löen ſehr; auch Sie, Chevalier, haben ſich abge⸗ rundet.

Ci, ei, ei! rief der Chevalier;wie! Sie ſinds, Doctor?

Ja, ich bins; ich habe den Dienſt quittirt und mich in Chartres niedergelaſſen. Zwei Berge kom⸗ men nicht zuſammen, Chevalier, wohl aber zwei Menſchen, und der Beweis iſt, daß wir uns jetzt am Bett einer Kranken zuſammenfinden, mit der es nicht viel beſſer ausſieht, als mit dem armen Capitän.

Aber die Cholera, Doctor! die Cholera!

Sie iſt das Geſchwiſterkind des gelben Fiebers, der ſchwarzen Peſt und des ſchwarzen Erbrechens; haben Sie vor der einen nicht mehr Angſt, als Sie vor dem andern hatten; alles Das gehört zu der Familie der tollen Hunde, welche nur Diejenigen beißen die entfliehen wollen. Muth, zum Henker! Ich ſehe da in Ihrem Knopfloch ein Stüͤck rothes