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einen Entſchluß, mein lieber Gratien; verzichten Sie auf Thereſe und dann will ich ſehen, ob ich nicht glücklicher bin als Sie.“
„Ah, ah, Sie wollen, ich ſoll Ihnen den Platz abtreten?“ ſagte Gratien, deſſen Geſicht ſich ver⸗ düſterte.
„Beſſer, man tritt ihn einem Freund ab, denke ich, als daß man ihn durch einen Gleichgiltigen ein⸗ nehmen läßt.“
„Das iſt nicht meine Anſicht,“ antwortete Gratien,„und dann, ſehen Sie, Louville, will ich Ihre Eigenliebe ſchonen und Ihnen die Schmach einer Niederlage erſparen.“
„Ei, glauben Sie denn, Ihre Thereſe ſei die erſte Zierpuppe, die mir in den Weg gelaufen?“
„Ich weiß, daß Sie ein großer Eroberer ſind,
Louville,“ ſagte Gratien;„aber,“ fügte er mit
einem etwas ſpöttiſchen Lächeln hinzu,„ich glaube nicht, daß Sie das Nöthige beſitzen um Dieſer da zu gefallen.“
„Nun wohl, Das werden wir alſo ſehen.“
„Wie ſo! Das werden wir ſehen?“
„Ich ſchwöre es Ihnen,“ rief Louville, pur⸗ purroth vor Zorn.„Da Sie mich herausfordern, ſo ſchwöre ich Ihnen, daß ich dieſes Mädchen be⸗ ſitzen werde, und um Ihnen mein ganzes Ver⸗ trauen in Ihre Ungeſchicklichkeit zu beweiſen, laſſe ich Ihnen noch acht Tage lang das freieſte Spiel; erſt in acht Tagen werde ich den Angriff be⸗ ginnen.“—
„Selbſt wenn ich Sie erſuchen würde es nicht zu thun, Louville?“


