262
zurückdrängt, wenn ſie ſich gerade aufs Schönſte er⸗ gießen wollen? Wiſſen Sie, was alle Freiheiten, die ich mir ſo gerne nehmen möchte, niederſchlägt? was meine leidenſchaftlichen Aufſchwünge lähmt? was mich mitten in einer angefangenen Phraſe zum Stammeln bringt? was mich keuſch und züchtig, blöde und lächerlich macht, wenn ich lieber alles Andere ſein möchte? Sie können hundertmal ra⸗ then, Sie werden es nicht herausbringen.“
„Und wenn Sie mich tauſendmal rathen ließen, ſo kämen wir damit nicht weiter. Ei, ſo rücken Sie doch einmal mit der Sprache heraus, Gratien; Sie wiſſen, daß die Rebus nicht meine ſchwache Seite ſind.“
„Nun wohl!, mein lieber Louville, was Thereſe vor den Plänen, die ich auf ſie hatte, ſchützt, was ſie bisher vertheidigt hat, was die Urſache iſt, daß ſie nicht meine Maitreſſe iſt und es niemals ſein wird, das iſt ganz einfach dieſer große Teufel von einem ſchwarzen Wachtelhund, der ſie niemals verläßt.“
„He?“ machte der Chevalier.
„Wie beliebt, mein Herr?“ ſagte Louville, in⸗ dem er den Chevalier anſchaute,„ſollte man Ihnen etwa auf den Fuß getreten haben?“.
„Nein, mein Herr,“ ſagte der Chevalier, indem er ſich mit ſeiner gewöhnlichen Demuth von Neuem ſetzte.
Louville wandte ſich wieder gegen Gratien und murmelte:
„Wahrhaftig, dieſe Spießbürger ſind unglaub⸗
lich


