Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Demgemäß trat er ins erſte beſte Cafe, ſetzte ſich an einen Tiſch und verlangte Bouillon.

Der arme Chevalier, der oft ſelbſt die Zube⸗ reitung ſeiner Mahlzeit überwachte, wenn er fand, daß Mariannes Eifer erkaltete, mußte ſehr wenig mit den Gebräuchen und Gewohnheiten ſolcher Etabliſſements bekannt ſein, daß er Bouillon ver⸗ langen konnte; kaum hatte er die ihm vorgeſetzte Taſſe mit den Lippen berührt, ſo ließ er ſich ein höchſt bedeutſames Pfui entfahren, legte ſeinen Löffel wieder auf den Tiſch und begann das Brödchen zu knaupeln, das man ihm mit der abſcheulichen Brühe gebracht und glücklicher Weiſe nicht in die⸗ ſelbe hineingebröckelt hatte.

Während der Chevalier ſein Brödchen knaupelte, wagte er es ſich umzuſchauen.

Er war in ein Cafe gerathen, wo ſich die Offi⸗ ziere der Garniſon zuſammenzufinden pflegten: für einen Paletot oder Rock ſah man da zehn Uniformen; die Ordonnanzhüte, die Helme, die Säbel und Degen, die an den Wänden hingen, verliehen der Decoration einen ſehr pittoresken Anſtrich; unter jedem Tiſch ſtreckten ſich Krapphoſen, auf jedem Stuhl öffneten ſich roth paſſepoilirte Fräcke und Camiſole, die Einen die Strategie lehrend oder

auch ein Spielchen machend, die Andern ſich in

verſchiedenen Libationen verſuchend, die Einen ohne viele Umſtände ſchlafend, Andere ihren Cafe oder Abſinth ſchlürfend und ſich den Anſchein gebend, als ob ſie an gar Nichts dächten.

Rechts und links kreuzten ſich die intereſſanten