———
☛
23
Dreiundfünfzigſtes Kapitel.
Gildaz.
Dona Maria verweilte auf ihrer Terraſſe und zählte die Tage und die Stunden, denn für ſich und für Aiſſa
errieth, oder fühlte ſie vielmehr ein Unglück in der be⸗
harrlichen Ruhe des Mauren.
Mothril war nicht der Mann, der ſo einſchlief; nie hatte er ſeine Rachgier ſo zu verſtellen gewußt, daß nichts dieſelbe während vierzehn langer Tage ſeinen Feinden verrathen hätte.
Ganz beſchäftigt, dem König Feſte zu geben, Geld für die Kaſſen von Don Pedro herbeizuſchaffen, ganz bereit, die Saracenen als Hülfstruppen in Spanien einziehen zu laſſen und endlich die zwei verheißenen Kronen auf der Stirne ſeines Herrn zu vereinigen... dies war Mothril dem Scheine nach. Er vernach⸗ läßigte Aiſſa, er ſah ſie nur ein einziges Mal am Abend, und beinahe immer begleitet von Don Pedro, der dem Mädchen die ſeltenſten und prachtvollſten Geſchenke ſchickte.
Gewarnt einmal durch ihre Liebe für Mauleon, ſodann durch ihre Freundſchaft für Dona Maria, nahm Aiſſa die Geſchenke an, um ſie hernach zu verachten, wenn ſie dieſelben empfangen hatte; indem ſie ſich da⸗ bei mit derſelben Kälte gegen den Prinzen benahm, ohne zu vermuthen, daß ſie hiedurch ein glühendes Verlangen aufſtachelte, ſuchte ſie für dieſes Benehmen einen Dank in dem Blick von Dona Maria, wenn ſie dieſer be⸗ gegnete.
“ Maria ſagte ihr auch durch einen ſolchen ick:


