Teil eines Werkes 
9.-11. Bdchn (1848)
Entstehung
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den ich vor ungefähr zwei Monaten auf dem Weg fand, der von Burgos nach Soria führt. Er ſtarb Hungers, und war bis auf's Blut von den Leuten von Mothril und von Mothril ſelbſt geſchlagen worden, der ihn mit dem Dolch bedrohte wegen der Neigung, die dieſer arme Knabe für die Religion Chriſti offenbarte. Ich fand ihn alſo ganz bleich und ganz blutig, nahm ihn mit mir zu meiner Mutter, welche Eure Herrlichkeit vielleicht kennt, fügte der Knappe lächelnd bei,und wir ver⸗ banden ihn und gaben ihm zu eſſen. Seitdem iſt er für uns ein bis auf den Tod ergebener Hund. Als mich vor zwei Wochen meine erhabene Gebieterin Dona Maria..

Der Knappe dämpfte die Stimme.

Dona Maria! murmelte Mauleon.

Sie ſelbſt, Senor; als meine erhabene Gebieterin Dona Maria mich rufen ließ, um mir eine wichtige und gefährliche Sendung anzuvertrauen, ſagte ſie zu mir:Gildaz, Du wirſt zu Pferde ſteigen und Dich nach Frankreich begeben; ſtecke viel Gold in Deine Reiſe⸗ taſche und nimm ein gutes Schwert; Du wirſt auf dem Wege nach Paris einen Edelmann finden(hiebei ſchilderte mir meine Gebieterin Eure Herrlichkeit), der ſich ſicherlich an den Hof des großen Königs Karl des Weiſen begibt; nimm einen treuen Gefährten mit Dir, denn die Sendung, das ſage ich Dir, iſt gefahr⸗ des Ich dachte ſogleich an Hafiz und ſprach zu ihm:

Haſiz, ſteige zu Pferde und nimm Deinen Dolch.

Gut, Herr, erwiederte Hafiz,gönnt mir nur ſo viel Zeit, als ich brauche, um in die Moſchee zu gehen.

Denn bei uns Spaniern, wie Ihr wißt, edler Herr, ſagte Gildaz ſeufzend,gibt es heute Kirchen für die Chriſten, Moſcheen für die Ungläubigen, als ob Gott zwei Wohnſtätten hätte. Ich ließ den Knaben in ſeine Moſchee laufen, ſchirrte ſelbſt ſein Pferd mit dem