Neunundvierzigſtes Kapitel.
Der Bote.
Mauleon wohnte ſeit acht Tagen in der Gegend von Rennes, als eines Abends, in dem Augenblick, wo er, beladen mit einem gehörig vom herzoglichen Schreiber und dem Geſchäftsführer von Frau Tiphaine Raguenel einregiſtrirten Sack Geld zurückkehrte, der gute Ritter, der ſich eben zwiſchen der Stadt und dem Schloß be⸗ fand, in einer von Hecken begrenzten Schlucht zwei Männer von ſeltſamem Ausſehen und einer beunruhi⸗ genden Haltung erblickte.
„Wer ſind dieſe Leute?“ fragte Agenor ſeinen Knappen.
„Bei meiner Seele! man ſollte glauben, es wären Leute aus Caſtilien?“ rief Muſaron, indem er nach einem Reiter und einem Pagen ſchielte, welche Beide kleine andaluſiſche Pferde mit voller Mähne ritten und, die Pickelhaube auf dem Kopf, den Schild vor der Bruſt, ſich an die Hecke angelehnt hatten, um die Fran⸗ zoſen zu betrachten und im Vorüberziehen zu befragen.
„In der That, es iſt die Rüſtung eines Spaniers, und die langen, feinen, flachen Klingen bezeichnen den Caſtilianer.“.
„Macht das nicht eine gewiſſe Wirkung auf Euch, Herr?“ fragte Muſaron.
„Ja, allerdings, doch dieſer Reiter will, glaube ich, mit mir ſprechen.“
„Oder Euch Euren Sack nehmen, edler Herr. Zum Glück habe ich meine Armbruſt.“
Der Baſtard von Mauleon, un, 1


