Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

nüchterner Ritter ſchlage ihm vor, eine Lanze mit ihm zu brechen, nicht für die Augen ſeiner Schönen, ſondern für den guten Geruch ſeines Abendbrods, und Ihr fügt bei, Meſſire Jehan Froiſſard, der Chronikſchreiber, werde Kampfrichter ſein und unſere Thaten eintragen.

Es bedarf deſſen nicht, ſprach eine Stimme hinter Meiſter Barnabé,ich komme im Auftrage meines Herrn, um Euch, Meſſire Eſpaing von Lyon, und Euch, Meſſire Jehan Froiſſard, zum Abendbrod zu ihm einzuladen.

Meſſire Eſpaing wandte ſich um, als er dieſe Stimme hörte, und erkannte den Knappen des fremden Ritters.

Ohl oh! machte er,das iſt eine Einladung, die mir ſehr höflich dünkt; was ſagt Ihr dazu, Meſſire Jehan?

Ich ſage nicht nur, daß ſie äußerſt höflich iſt, ſondern auch, daß ſie ſehr gelegen kommt.

Und wie heißt Euer Herr, mein Freund, daß wir wiſſen, wem wir für eine ſolche Artigkeit zu Dank ver⸗ pflichtet ſind?

Er wird es Euch ſelbſt ſagen, wenn Ihr mir zu folgen die Güte haben wollt, antwortete der Knappe.

Die Reiſenden ſchauten ſich einander an, und halb aus Hunger, halb aus Neugierde hatten ſie denſelben Wunſch.

Vorwärts⸗ ſagten ſie zu gleicher Zeit,zeigt uns den Weg, wir werden Euch folgen.

Beide ſtiegen die Treppe hinter dem Knappen hin⸗ auf, der ihnen ein Zimmer öffnete, in deſſen Hintergrund der unbekannte Ritter, ſeiner Rüſtung entkleidet und angethan mit einem Rock von ſchwarzem Sammet mit weiten, langen Aermeln, die Hände auf dem Rücken, ſtand.

Als er ſie erblickte, ging er ihnen einige Schritte entgegen, grüßte ſie höflich und ſprach, indem er ihnen die linke Hand reichte:

Seid willkommen, meine edle Herren, und em⸗