Agenor. 163
Wenn ſtie ſich ergeben, ſo würdet Ihr einen Mord be⸗ gehen, und ergeben ſie ſich nicht, ſo bekommt Ihr ſie nicht in Eure Gewalt.“
„Wir zwingen ſie durch Hunger ſich zu ergeben,“ erwiederte der Connetable.
Der Gedanke, Aiſſa könnte durch Hunger umkom⸗ men, ließ Agenor die Grenzen ſeiner gewöhnlichen Be⸗ ſcheidenheit überſchreiten.
„O gnädiger Herr,“ rief er aus,„eine ſolche Grau⸗ ſamkeit werdet Ihr nicht begehen!“
„Ich beſtrafe dadurch nur die Lüge und Falſchheit,“ entgegnete Bertrand.„Ich will dem ſchurkiſchen Sara⸗ zenen Mothril durch einen Herold ankündigen laſſen, daß Don Pedro gefangen iſt, daß er alſo in Montiel war und daß zur Strafe für dieſe Lüge die Beſatzung deci⸗ mirt wird, wenn ſie ſich ergiebt, ergiebt ſie ſich aber nicht, durch Hunger dazu gezwungen werden ſoll.“
„Und Donna Aiſſa!“ rief Agenor mit Entſetzen.
„Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Frauen ge⸗ ſchont werden.“
„Aber Mothril wird Aiſſa nicht ſchonen, er wird ſie umbringen! Ich bitte Euch daher, Meſſtre, keinen andern Herold als mich an Mothril zu ſenden und mir
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