158 Agenor.
„Jetzt,“ ſagte Mothril,„haben wir nichts weiter zu
fürchten als einen gewöhnlichen Feind. In der erſten dunklen Nacht ſind wir gerettet.“ Don Pedro war ſo entzückt über dieſen Gedanken, daß er ſogar freundlich gegen ſeinen Miniſter wurde und ihm die glänzendſten Verſprechungen machte. Er wußte wohl, daß, wenn er Mothrils Hoffnungen für die Zu⸗ kunft aufrecht erhielt, er ihn verhinderte, ſich ganz von ihm loszuſagen und vielleicht ſogar ſeinen Feinden aus⸗ zuliefern. Mothril dagegen hoffte alles von der Be⸗ freiung Don Pedro's, indem dadurch auf's neue ein Krieg angefacht wurde, deſſen Früchte ihm zufallen mußten, während andernfalls, wenn Don Pedro gefangen oder getödtet wurde, die Sarazenen keinen Vorwand mehr hatten, einen Vernichtungskrieg gegen unüberwindliche Feinde zu unterhalten. Er lieh daher den Verſprechun⸗ gen des Königs ein geneigtes Ohr und ſicherte ihm ſeine Beihülfe zu.
Don Pedro beſchloß zuerſt, daß drei ſeiner ergeben⸗ ſten Anhänger in der bevorſtehenden Nacht die Verſchan⸗ zungen recognosciren und einen ſchwachen Punkt aufſu⸗ chen ſollten, von wo aus der König, nachdem man die Schildwachen ermordet hätte, auf einem guten Pferde ſeine Flucht bewerkſtelligen könnte.—


