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„Sie mußten mich nicht fragen, dann hätte ich Ihnen auch nicht geantwortet.“
Hätte der Meiſter einen Spiegel vor ſich gehabt, ſo würde er ſich darin angeſchaut haben, um zu ſehen, ob er wohl wache.
„Du willſt alſo vor die Thüre geſetzt werden?“
„Oh! man braucht mich nicht vor die Thüre zu ſetzen; ich werde mich allein davor ſetzen.“
„Warte, warte, kleiner Schlingel!“
„Vor Allem heiße ich nicht kleiner Schlingel, ſon⸗ dern Etienne Marin.“
„Du unterſtehſt Dich, ſo zu reden, Schuft?“ rief der Meiſter.
Und er hob zwei angefangene Tauben auf, um ſie dem Knaben an den Kopf zu werfen.
Der Knabe flüchtete ſich über einen Werktiſch und war in einem Nu vor der Thüre.
„Ah! das ſoll Dein Vater erfahren... Warte! warte!“
Hienach ſetzte der Bildſchnitzer ſeine Mütze auf, zog ſeine Schürze aus, ſchluͤpfte in ſeinen Rock und ſchlug in Geſchwindſchritt den Weg nach der Rue des Carmes ein.
Da half kein Widerruf. Die Prügeleinnahme war ſicher; es handelte ſich nur um das Mehr oder
Weniger.
So ſtoiſch der Schüler von Herrn Odelli auch ſein mochte, es war doch ganz einfach,— angenommen, daß eine Wahl zu treffen und Freiheit in der Wahl war,— es war einfach, daß er das Minder zum Nach⸗ theil des Mehr wählte.
Der Vater hatte eine Nachtrunde zu machen. Gewöhnlich ging der Vater zu ſeiner Nachtrunde um ſieben Uhr Abends aus und ließ den Schlüſſel unter der Thüre, damit ihn der Knabe, von Herrn Odelli zurückkehrend, finden könnte.
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