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Otto der Schütz : rheinische Sage ; Chronik von König Pipin / von Alexander Dumas. Aus dem Franz. von W. L. Wesché
Entstehung
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der Thür erſchien, durch welche Karl eingetreten war. Bei ſeinem Anblicke ſtand der Landgraf haſtig auf und ſchritt auf ihn zu. Die beiden Männer ſprachen einen Augen⸗ blick lang leiſe mit einander, ohne daß Karl Etwas von dem verſtehen konnte, was ſie ſagten. Indeſſen ſah er leicht an ihren Geberden, daß es ſich um eine Mitthei⸗ lung von der höchſten Wichtigkeit handelte, und er war mehr als jemals davon überzeugt, als er den Landgrafen mit einem noch weit finſtereren Geſicht, als zuvor, zu ſich zurückkehren ſah. 4 0

Karl, ſagte er zu ihm, aber dieſes Mal ohne ſich zu ſetzen, Du mußt nach einer ſo langen Strecke als die, welche Du heute zurückgelegt haſt, mehr der Ruhe, als des Tanzes und der Feſte bedürfen. Ich will Dich in Dein Zimmer führen laſſen; gute Nacht, wir werden uns morgen wiederſehen.

Karl ſah, daß ſein Freund allein zu ſein wünſchte; er ſtand auf, ohne zu antworten, drückte ihm ſchweigend die Hand, indem er ihm ein letztes Mal mit dem Blicke befragte; aber der Landgraf antwortete ihm nur mit je⸗ nem traurigen Lächeln, welches dem Herzen andeutet, daß der Moment noch nicht gekommen iſt, ihm die geheiligte Mittheilung anzuvertrauen, die es in Anſpruch nimmt. Karl deutete ihm durch einen letzten Händedruck an, daß er ihn zu jeder Stunde finden würde, und zog ſich in das für ihn beſtimmte Zimmer zurück, bis zu welchem, ſo ent⸗ fernt es auch war, der Jubel des Feſtes dennoch gelangte.

Das Herz voll trauriger Gedanken und das Ohr voll fröhlicher Klaͤnge legte ſich der Graf zu Bett, wäh⸗

A. Duma's Novellen. Vierter Band. 2