— 10—
ſeinen Kopf angeſtrengt hatte, um den Beweggrund eines ſolchen Entſchluſſes zu erſinnen. Wenn es ſich etwa um einen zweifelhaften, gefährlichen Zweikampf handelte, ſo ſetze ich voraus, daß Sie zu mir gekommen wären, um meinen guten Rath, wenn nicht meinen Beiſtand zu fordern.
— Herr Ritter...
— Denn Sie werden, Sie können es nicht vergeſſen haben, fuhr der alte Krieger mit bewegter Stimme fort, daß ich Ihnen vom erſten Augenblicke an, da wir uns ſahen, meinen Rath, meinen Beiſtand, meine Freundſchaft angeboten habe, daß ich es war, der Ihnen entgegen kam — ſo wenig dies auch ſonſt meine Art iſt.
— Dieſe Erinnerung iſt ja noch mein einziger Troſt!
rief Esperance, ergriffen von dem unverkennbaren Aus⸗
drucke des herzlichſten Wohlwollens in Crillon's Blick und Ton.
— Der einzige Troſt, der Ihnen übrig bleibt? Aber was iſt Ihnen denn? Wie ſind Sie denn ſo plötzlich dahin gekommen, des Troſtes zu bedürfen?— Nein, nein, Esperance, mich täuſchen Sie nicht ſo leicht; dieſe Zurückhaltung verbirgt irgend ein großes Unglück. Zer⸗ reißen Sie mit feſter Hand den Schleier, hinter den Sie Ihre Wunde zu verbergen ſuchen. Ich will ſie kennen lernen, ich will ſie ſondiren— ich habe das Recht
dazu!
— Wie ſoll ich Ihnen ſagen— weiß ich doch ſelbſt nicht... 1


