Teil eines Werkes 
7. Bd. (1856)
Entstehung
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10. Der Gefangene des Königs.

Das kleine Chatelet, in das der König ſeinen Gefangenen hatte ſperren laſſen, lag in der Cité, am Ende der kleinen Brücke, etwas weiterhin, als die Stelle, auf der man ſeitdem das Hôtel⸗Dieu hat emporſteigen ſehen.

Sein maſſiver Thurm verſchloß ſo die kleine Brücke, und unter dem Gewölbe, auf dem er ſich erhob, eröffnete ſich ein Durchgang, der zugleich mit als Stadtthor diente.

So düſter und unheimlich auch das Aeußere des kleinen Chatelet war, ſtand es doch nicht in ſo ſchlimmem Rufe, wie ſein älterer Bruder, das große Chatelet, deſſen Ge⸗ fängniſſe, wie man ſagte, ſo über die Maßen fürchter⸗ lich waren, daß ſelbſt die Einbildungskraft des frechſten Schurken vor dem Gedanken einer Gefangenſchaft in dieſen Gräbern für Lebende zurückſchauderte. Beſonders ſprach man von einem Kerker, die Hoſe des Hypokrates genannt, in welchem das Opfer an einem Kloben hinabgelaſſen ward, wie ein Eimer in einen Brunnen; dort mußte der Gefangene in einem trichterförmigen Loche, das dem Körper nirgend einen Ruhepunkt bot und weder das Sitzen, noch

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