Teil eines Werkes 
6. Bd. (1856)
Entstehung
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Hören Sie mich, Sire: ein jedes andere Weib als ich würde Ihnen danken, Ihnen ſagen, daß es Ihnen glaubt und verzeiht; aber meine Liebe iſt zu wahr und aufrichtig, um meinen unheilbaren Schmerz zu verhehlen.

Unheilbar?

Ja, Sire; was Sie nur aus Laune, ohne Ziel, ohne Ueberlegung gethan zu haben meinen, darin ſind Sie nur Ihrer Natur gefolgt, Sire, und ein großer König, den ſo rieſenhafte Pläne beſchäftigen, kann ſich nicht wie ein gewöhnlicher Menſch bemühen, ſeine Natur zu ändern. Zudem ſind Sie, wie ich Ihnen geſagt habe, Herr und Gebieter, und nichts auf dieſer Erde darf Sie an der Vollziehung Ihres Willens hindern. Sie verſprechen mir vielleicht heute ſich zu beſſern, Sie haben auch den guten Willen dazu, Sie verſuchen es vielleicht ſogar, aber morgen, wenn Sie ſehen, um wieviel das Opfer größer iſt als der Gewinn, dann werden Sie wie⸗ der in dieſelbe Untreue zurück verfallen, dieſelben toll⸗ kühnen Wagniſſe unternehmen, die mich tödten und Sie ſelbſt der größten Gefahr ausſetzen, und darum giebt es keinen Troſt, keine Heilung für mich!

Und was folgern Sie denn aus allen dem, Ga⸗ briele? rief der König, bewegt von dieſer Beharrlichkeit eines ſonſt ſo nachgebenden und verſöhnlichen Herzens. Wollen Sie mich gebeſſert ſehen, ſo geben Sie mir auch die Mittel dazu an.

Ich habe es bereits gefunden, Sire, entgegnete das junge Weib in dumpfer Verzweiflung; überlaſſen