predigte Mord waren die Werke dieſer ſogenannten Prie⸗ ſter. Ohne den Mönch Jacques Clement zu zählen, hatte Heinrich viel dieſer Banditen in der Kloſterkutte kennen gelernt.
Während er alſo dem leckern Gerichte Gratienne's wacker zuſprach, wollte er auch die Unterhaltung über den gefälligen Mönch fortſetzen, deſſen Rathſchläge ihn eben deshalb beläſtigten, weil ſie wohlwollend waren.
— Ich weiß nicht, mein ſchönes Kind, begann er, ob Ihr Prior in dem Kloſter der heiligen Genovefa einen delikater zubereiteten Fiſch ſpeiſen wird; aber jeden⸗ falls, ſelbſt wenn ihm ein Koch zu Gebote ſteht, hat er keine beſſere Geſellſchaft. Ich ſchließe die Tage, an denen Sie bei ihm beichten, aus.
— Ich beichte nicht bei ihm, ſagte Gabriele.
— Verzeihung— wenn ich nicht irre, ſo haben Sie mir geſagt...
— Daß Dom Modeſtus mein Rathgeber iſt— ja; aber ich habe nicht geſagt, daß er mein Beichtvater iſt.
— Sie machen alſo einen Unterſchied! ſagte der
König.
— Einen bedeutenden, denn der Prior kann nicht mehr Beichte hören, ein Umſtand, den viel Gläubige beklagen.
— Das iſt mir nicht klar, entgegnete Heinrich. Warum kann dieſer ehrwürdige Herr, dieſes Licht der Kirche, die Gewiſſensangelegenheiten nicht mehr leiten?


