Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Frau von Entragues biß ſich leicht in die Lippen. Der Verdruß darüber, ihrem Sohne gegenüberſtehend zu erſcheinen, kämpfte mit der Furcht, der herrſchenden Partei zu mißfallen.

Herr von Entragues trat dazwiſchen, um dieſe trübe Wolke von der Göttin zu verſcheuchen.

Nein, Sennor, ſagte er, der Graf von Auvergne kämpft nicht gegen ſeine Mutter. Als ein Sohn und Neffe unſerer Könige glaubt er ihrem Andenken getreu zu bleiben, wenn er dem dient, den der ſelige König Heinrich III. als ſeinen Nachfolger bezeichnet hat, und dieſe Thatſache läßt ſich nicht ableugnen.

Hat man darüber Gewißheit? fragte der Hidalgo mit jenem Aplomb ſiegender Unwiſſenheit, die ſo gern alles Läſtige beſtreitet.

Der Herr Graf von Auvergne, mein Sohn, iſt Zeuge geweſen, antwortete Frau von Entragues.

Don Caſtil verneigte ſich wie ein Prahler.

Henriette, die ein wenig Biegſamkeit in die Unter⸗ haltung bringen wollte, wiederholte ihre Frage:

Was giebt es, außer der Ernennung des Herrn von Briſſac, Neues in Paris?

Dann fügte ſie hinzu:

Verzeihen Sie, Sennor, ich komme von der Reiſe zurück.

Wenn die Hoffnung auf den Zuſammentritt der berühmten Generalſtaaten nichts Neues mehr iſt, ſo giebt es wahrlich nichts Neues.