— 16—
dieſen Fürſten, gemeinſchaftlich mit ihm Frankreich, Ruß⸗ land und Schweden. Eines andern Tages will er ſeine Beſitzungen auf Koſten Polens, unſeres beſten Freundes, vergrößern, dann nähert er ſich wieder dem Könige von Preußen, dem Feinde des Königs, und verbündet ſich mit ihm und mit der Czarin, welche mehr, als jemals, erbit⸗ tert gegen uns iſt.
Auf einer andern Seite gleicht nichts dem Ehrgeize des jungen Kaiſers Joſeph. Er erwartet nur noch den Augenblick, allein zu regieren, um das Syſtem zu ent⸗ wickeln, über dem er in ſeinem Geiſte brütet; er hat ferne Abſichten auf Baiern, er iſt lüſtern nach dem venetiani⸗ ſchen Friaul, er will die durch ſo viele Verträge geſchloſſene Schelde öffnen, er wünſcht den Beſitz von Bosnien, und wer ſagt uns, daß er den Verluſt von Lothringen, das Elſaß und Schleſien vergeſſen hat! Iſt der, welcher wagt, uns den beſten unſerer Freunde zu rauben; der, welcher ihn ſeiner Gebiete beraubt, nicht fähig, ſich, wenn er es vermag, der Beſitzungen wieder zu bemächtigen, welche wir ihm genommen haben; der, welcher ein ſo wichtiges Bünd⸗ niß verachtet, als das des Hofes von Verſailles, um un⸗ erhörte Eroberungen zu unſerem Nachtheile vorzunehmen, i*ſt der nicht fähig, Bündniſſe gegen uns zu bilden? Das Reſultat unſeres Bündniſſes mit dem Wiener Hofe, dieſes Bündniſſes, das uns ſo ſehr an Menſchen und an Geld erſchöpft hat, iſt, daß wir ohne Freunde ſind und daß ein ſehr furchtbares Bündniß im Norden von Europa ge⸗ gen uns beſteht, das von Wien, von Berlin und von Sanct⸗Petersburg. In einem Nu können dieſe drei Mäͤchte


