— 13—
und Stimme die Hunde an. Dieſer Wirbel von Gebell, Hoͤrnerklang und Geſchrei zog wie ein Sturmwind vor⸗ uͤber, verſchwand in dem Dickigt des Waldes und erſtarb in der Ferne.
Ich war verzweifelt; ich ſagte mir, daß wenn ich mich nur funfzig Schritte weiter hin an dem Saume befunden haͤtte, er mich geſehen, und dann auf meine Bitte ohne Zweifel das arme Thier begnadigt haben wuͤrde.
Dieſer Gedankesbelebte meinen Muth wieder; die Jagd konnte ein drittes Mal in meiner Naͤhe voruͤber kommen. Ich folgte einen ganz mit ſchoͤnen Baͤumen beſetzten Wege, den ich als den Weg nach dem Schloſſe Beaugs erkannte. Dieſes Schloß, welches dem Herzoge von Anjou gehoͤrte, lag ungefaͤhr drei Stunden weit von dem Schloſſe meines Vaters. Nach Verlauf einer Minute erblickte ich es, und jetzt erſt dachte ich daran, daß ich drei Stunden Weges zu Fuß zuruͤckgelegt hatte, und daß ich allein und weit von dem Schloſſe Méridor entfernt waͤre.
Ich geſtehe, daß ſich ein unbeſtimmter Schrecken meiner bemaͤchtigte, und daß ich erſt in dieſem Augen⸗ blicke an die Unvorſichtigkeit und ſelbſt Unſchicklichkeit meines Benehmens dachte. Ich ging an dem Ufer des Teiches entlang, denn ich gedachte den Gaͤrtner, einen wackeren Mann, der mir, wenn ich bis dahin mit mei⸗
nem Vater gekommen war, praͤchtige Straͤuße geſchenkt
hatte, zu bitten mich zuruͤck zu fuͤhren, als ſich ploͤtzlich die Jagd von Neuem hoͤren ließ. Ich blieb regungslos
—õõm


