— 30—
wiſſen, ob er Roland nicht anhalten ſollte, aber Roland
ſchien ſeiner Sache ſo gewiß, daß er ihn gehen ließ. In dem Maße, als das Pferd weiter kam, wurde
es feuriger. Es ging aus dem Trab in Galopp uͤber,
und in weniger als einer Viertelſtunde war die Stadt
aus den Blicken des Reiters entſchwunden.
Auch der Reiter ſchien ſeiner Seits in dem Maße, als er weiter kam, die Oertlichkeit zu erkennen.
— Ei, aber, fagte er, als er in den Wald gelangte, man ſollte meinen, daß wir nach Méridor gehen! Sollte Seine Hoheit etwa nach der Seite des Schloſſes gerit⸗ ten ſein?
Und die Stirn des Oberjaͤgermeiſters verfinſterte ſich bei dieſem Gedanken, der nicht zum erſten Male in ſei⸗ nem Geiſte aufgeſtiegen war.
— O, o, murmelte er, der ich kam, um zuerſt den Prinzen zu ſehen, indem ich es auf morgen verſchob, meine Frau zu ſehen. Sollte ich denn das Gluͤck ha⸗ ben, ſie alle Beide zu gleicher Zeit zu ſehen?
Ein ſchreckliches Laͤcheln zog uͤber die Lippen des Oberjaͤgermeiſters.
Das Pferd eilte immer weiter, indem es ſich fort⸗ waͤhrend mit einer Beharrlichkeit zur Rechten wandte, welche den entſchloſſenſten und ſicherſten Gang andeutete.
— Aber, bei meiner Seele, dachte Monſoreau, ich muß jetzt nicht mehr ſehr weit von dem Parke von Mo⸗ ridor entfernt ſein.
In dieſem Augenblicke begann das Pferd zu wiehern.


