— 60—
dem von zwei Egyptiern aus ſchwarzem Marmor ge⸗ tragenen Weihkeſſel in Geſtatt einer Muſchel ausſtreckte, ſtreckte ſich demnach auch eine ein wenig dicke und ein wenig rothe Hand, welche indeſſen eine Frauenzimmer⸗ hand war, nach der ſeinigen aus, und befeuchtete ihre Finger mit dem Reinigungswaſſer.
Buſſy konnte ſich nicht enthalten, ſeine Augen von der dicken und rothen Hand nach dem Geſichte der Frau zu richten; aber augenblicklich wich er um einen Schritt zuruͤck und erbleichte ploͤtzlich, denn er hatte in der Ei⸗ genthuͤmerin dieſer Hand Gertruden, halb unter einem Schleier von ſchwarzer Wolle verborgen, erkannt.
Er blieb mit ausgeſtrecktem Arme ſtehen, ohne dar⸗ an zu denken, das Zeichen des Kreuzes zu machen, waͤhrend Gertrude ihn gruͤßend voruͤberging und den Schattenriß ihrer hohen Geſtalt unter der Vorhalle der kleinen Kirche zeigte.
Zwei Schritte hinter Gertruden, deren kraͤftige Ell⸗ bogen Platz machten, kam eine, ſorgfaͤltig in einen ſei⸗ denen Mantel gehuͤllte Frau, eine Frau, deren feine und jugendliche Formen, deren reizender Fuß, deren ſchlanker Wuchs Buſſy daran denken ließ, daß es auf der Welt nur einen Wuchs, nur einen Fuß, nur eine Geſtalt gaͤbe, welche dieſen glichen.
Remy hatte ihm Nichts mehr zu ſagen, er ſah ihm nur zu; Buſſy verſtand jetzt, warum ihn der junge Mann in die Straße Saint⸗Marie rEgyptienne gefuͤhrt und in die Kirche hatte treten laſſen. 61
Buſſy folgte dinar Frau, le Haudoin folgte Buſſy.


